Wird end­lich geht so

Kapi­tel 7
Ver­wun­schen liegt es da. Klet­ter­pflan­zen schlin­gen sich am Haus empor, Bir­ken, Erlen und eine Buche säu­men das alte Mau­er­werk, und das Dach, kläg­lich mit alten Schie­fer­schin­deln bedeckt – an den gro­ßen Löchern im Gie­bel ragen hier und da die Dach­bal­ken her­vor –, und der maro­de Schorn­stein ragen in den Him­mel. Die Fens­ter sind ver­han­gen, mit was, weiß der Teu­fel, und ich habe kei­ne Ahnung, wer hier ein­mal gewohnt hat. Aber das Haus, an einem Inland­deich irgend­wo in Kirch­wer­der gele­gen, hat eine, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, ganz zau­ber­haf­te Aus­strah­lung. Mensch und Tier, Bau­ern und Kar­ren, Kin­der­stim­men, Kat­zen, die jagen, Stim­men und Schweiß, Bei­sam­men­sein im Ker­zen­schein – alles an einem Ort mit einem Haus an die­sem Deich. Völ­lig ver­klärt, den­ke ich, egal. So ist das nun mal.

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Süd­er­quer­weg

Kapi­tel 6
Ich fah­re die Stra­ße ent­lang, mit mei­nem Rad, an den klei­nen Back­stein­häu­sern vor­bei, tre­te in die Peda­le, und fah­re und fah­re und fah­re. Neben mir und um mich her­um nur die­se Häu­ser und Fel­der und der wei­te Him­mel. Ich weiß nicht mehr, ob es kalt war, ob die Son­ne schien oder ob es gereg­net hat. Da war nur die­se lan­ge, lan­ge Stra­ße und am Ende die­se klit­ze­klei­ne Apo­the­ke.

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Haus Num­mer 1

Kapi­tel 5
Mitt­ler­wei­le ist eine Men­ge Zeit ins Land gegan­gen, und ich habe mich etwas tie­fer in die vier­län­der Kul­tur und ihre Bau­ern­häu­ser und so wei­ter ein­ge­le­sen. Außer­dem haben wir unse­re Face­book Vier- und Marsch­lan­de Sei­te gegrün­det und flei­ßig gepflegt (und wie schön – damals hat sogar die lie­be Frau Schwir­ten über uns in der Ber­ge­dor­fer Zei­tung berich­tet). David kann schon etwas mehr als nur Sab­bern und Schrei­en, und alles geht wei­ter­hin sei­nen gewohn­ten Lauf der Din­ge.

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Das Haus und der Stark­strom­mast

Kapi­tel 4
Ein paar Tage spä­ter (Arbeit und so wei­ter) – Schwarz! Die Dun­kel­heit wiegt schwe­rer als der Mond, der nicht mal scheint, aber was soll ich machen? Mor­gens vor der Arbeit habe ich kaum Zeit zu fra­gen (außer­dem ist mor­gens mor­gens und da fragt man nicht ein­fach wild­frem­de Men­schen nach irgend­wel­chen Häu­sern), und am Wochen­en­de habe ich ja auch noch ande­re Sachen zu tun (Blub­ber­wu­sel ist mitt­ler­wei­le ange­kom­men, und wir nen­nen ihn seit­dem David). Also ist es jetzt nun mal dun­kel, und ich suche das nächs­te Haus in der Nähe des Hau­ses unter dem Stark­strom­mas­ten. Als ich es gefun­den habe, wird mir etwas mul­mig. Es ist ein klei­nes Haus (eine Art Hexen­haus) und liegt ein paar Hun­dert Meter wei­ter am Deich. Da ist Licht in den Fens­tern und ich gehe davon aus, dass da jemand ist.

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Mein Fahr­rad und das Land

Kapi­tel 3
Die Zeit ver­geht und die Müh­le ver­schwin­det in mei­nen Gedan­ken wie die Land­schaft im Nebel durch den ich fah­re. Irgend­wo in Reit­brook, irgend­wo am Deich. Plötz­lich brem­se ich und sprin­ge von mei­nem alten Renn­rad. Ich schmei­ße mei­nen Ruck­sack auf den Boden und schnap­pe mir mei­ne Kame­ra. Die Son­ne brennt sich durch den Nebel und schim­mert lei­se dif­fus auf der Dove Elbe. Ich mache zwei­hun­dert Fotos (oder so) und fah­re irgend­wann wei­ter.

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Von Pira­ten

Kapi­tel 2
Johan­nas Fuß ver­sinkt im Elb­sand, die Son­ne fun­kelt auf dem Was­ser und an den zig­tau­send Sand­körn­chen des nas­sen Stran­des. Sie kämpft sich mit ihren ers­ten Strah­len durch die noch leicht­schwe­ren Win­ter­wol­ken. Wir ste­hen am Elb­strand und kön­nen den Som­mer schon rie­chen.

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